Haut & Venen

Krampfadern: Diagnose und Behandlung

Heute empfiehlt man die frühzeitige Therapie eines Krampfaderleidens, bevor Beschwerden auftreten. Um den Reflux zu beurteilen und Strömungshindernisse zu erkennen, werden inzwischen meist Dopplerverfahren eingesetzt. Die farbcodierte Duplexsonographie, eine Ultraschalluntersuchung, hat die Phlebographie, eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel, weitgehend abgelöst. Mit ihrer Hilfe lassen sich Thrombosen oder  Klappenundichtigkeiten präzise lokalisieren. Zur Behandlung der Venen gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entfernung (durch klassische Crossektomie und Stripping), Verschluss (mit endoluminalen Verfahren wie z.B. Venefit®) oder Verklebung (Sklerosierung).


Strippingverfahren

Die offene Crossektomie galt über 100 Jahre lang als Goldstandard der Phlebologie und wird von allen Krankenkassen bezahlt. Je nach Lage der zu behandelnden Vene wird dazu ein Schnitt in der Leisten- oder Kniebeuge angesetzt. Dabei sucht man die sogenannte Crosse, die Kreuzungsstelle zwischen oberflächlichen und tiefen Venen. Die oberflächliche Vene wird dann möglichst knapp an der Einmündung zur tiefen Vene unterbunden, abgetrennt und herausgerissen. Da die Beine über mehrere Wochen gewickelt werden müssen, ist die Behandlung nur in den Wintermonaten ratsam. Es kann dabei zu Blutergüssen, Infekten, sensiblen Nervenschädigungen oder Thrombosen kommen.

 

Endoluminale Verfahren

Bei endoluminalen Verfahren wird die Krampfaderwand von innen durch Energieabgabe an die Gefäßwand geschädigt, woraufhin sich die Krampfader verschließt. Ziel ist dabei ein Abbau der behandelten Vene durch den Körper. Die Energie kann mit Hilfe von Radiofrequenz (Radiofrequenzablation RFA wie z. B. Venefit®), Laser (endovenöse Laserablation ELVT) oder Dampf (endovenöse Dampfablation EVSA) erbracht werden.

Das Venefit® (VNUS ClosureFast®) RFA Verfahren ist eine minimalinvasive Krampfadertherapie. Die Behandlung kann ambulant unter lokaler Anästhesie durchgeführt werden und hat ein geringeres Infektionsrisiko. Mit Hilfe eines hochpräzise platzierten Radiofrequezkatheters wird dabei die kaputte Stammvene behandelt. Dazu ist nur ein sehr kleiner Schnitt notwendig. Unter Ultraschallkontrolle wird die Vene dann mit hochfrequentem Strom (Radiofrequenz) auf circa 120 Grad erhitzt und verschlossen. In der Folge baut sie sich vollständig ab. Arbeit und Sport sind anschließend problemlos möglich.

Die endovenöse Laserablation ELVT ist vom Ablauf her vergleichbar mit der Radiofrequenztherapie. Für die EVLT werden unterschiedliche Laser mit der Wellenlänge 810 bis 1470 nm verwendet. Hierbei kommt es zu durchschnittlichen Temperaturen von bis zu 700 Grad C. Bei der endovenösen Dampfablation EVSA wird der Verschluss der Vene mit Dampf herbeigeführt. Ein Katheter gibt den Dampf dabei mit Temperaturen von bis zu 120 Grad in zwei Richtungen ab.

Sklerotherapie

Wie bei der Behandlung von Besenreisern wird auch zur Sklerotherapie von Krampfadern Äthoxysklerol in die zu behandelnden Gefäße injiziert. Allerdings handelt es sich dabei um größere Venen und entsprechend höhere Konzentrationen. Die Sklerotherapie wird ambulant durchgeführt und erfordert keine Betäubung. Da die Verschlussraten eher niedrig sind, wird die Methode allerdings nur dann angewendet, wenn die oben beschriebenen Verfahren nicht möglich sind.

 

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